Der Accosonic Prozessor - meine Geheimwaffe für den “großen” Vocal Sound
Soviel vorweg: Es gibt keinen Accosonic-Prozessor zumindest nicht in der Audiotechnik. Der Begriff ist eine Wortkreation meines alten Cheffs, den er gern verwendete, wenn herkömmliche Tools bzw. Geräte nicht den gewünschten Sound brachten. Immer dann kam für unsere guten Kunden der Accosonic-Prozessor ins Spiel.
Ich verwende diesem Begriff für ein selbst erstelltes Preset des Eventide H3000 Harmonizers (Software Variante). Im wesentlichen geht es dabei darum, beispielsweise für eine Stimme einen breiteren, größeren Stereo-Sound zu gestalten.
Bei diesem Preset handelt es sich um eine Kombination von Micro Pitch-Effekten und sehr kurzen Delays. Verwendet wird eine minimale Anhebung bzw. Absenkung der Tonhöhe verbunden mit einer kleinen Verzögerung im Vergleich zum original Signal von ca. 10-30 Millisekunden.
Der gewünschte Effekt entsteht dadurch, dass man die Parameter für links und rechts unterschiedlich einstellt; also für links eine minimale Anhebung und entsprechend für die rechte Seite eine Absenkung im gleichen Maße. In Verbindung mit der kurzen Verzögerung entsteht eine Art Dopplung des Originals, die zeitlich etwas versetzt ist und eine Winzigkeit in der Tonhöhe vom original abweicht.
Durch die unterschiedlichen Werte für links und rechts entsteht ein Stereo-Effekt. Der Sound kommt aus der Mitte und verteilt sich im Stereo-Bild. Der Klang ist in etwa mit einem Chorus zu vergleichen, hat aber einen anderen dezenteren Charakter.
Für die Stimme hat dieser Effekt einen weiteren Vorteil. Kleine Intonationsschwächen werden durch den Micro-Pitch ausgeglichen.
Man muß sorgsam dosieren, denn für eine Hauptstimme wird der Effekt schnell auffällig, aber Chorstimmen kann man damit wirklich groß klingen lassen.
Weitere Einsatzgebiete sind natürlich Gitarren aller Art und ev. Pianosounds.
Wenn man diese Plug-In nicht besitzt, dann kann man sich solch einen Effekt mit einer Kombination von MicroPitch und Stereo-Delay selbst zusammenbauen. Die meisten Stereo-Erweiterungseffekte arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip.
Vorsicht ist geboten, bei basslasigen Sounds. Der Effekt erzeugt je nach Dimensionierung Phasenauslöschungen, die es im tieffrequenten Bereich zu vermeiden gilt.
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Bild: Adi Goldstein