Der Mastering Game Changer: Stem Splitting
Was geht, was geht nicht?
In einer Mastering-Session wird der einmal fertig gestellte Mix im Klang optimiert und für alle denkbaren Abhörsituationen vorbereitet.
Nicht selten ist es darüber hinaus notwendig, kleine Fehler und Unzulänglichkeiten des Mixdowns zu kompensieren. Das wird vor allem bei älteren Aufnahmen knifflig, wenn die Einzelspuren nicht mehr zur Verfügung stehen bzw. es nicht mehr möglich ist, nochmals in den Mixdown einzusteigen.
So stellt sich die Frage, was geht beim mastern noch, was ist unmöglich.
Durch die neuste Entwicklung von spezieller KI gestützter Audio-Software hat sich die Antwort auf diese Frage erheblich verschoben.
Mit dem Stem-Splitting ist es möglich einen Stereo-Mix in vier Bestandteile zu bzw. Stereo-Spuren sog. Stems zu zerlegen.
Das sind die Drums, der Bass, die Stimmen und alle übrigen Instrumente.
Der Begriff „Gamechanger“ wird aus meiner Sicht ziemlich inflationär verwendet.
Er ist zu einem beinahe beliebigen Werbespruch mutiert.
Allerdings ist es in meiner Arbeit tatsächlich so, dass das Stem-Splitting mir nie dagewesene Möglichkeiten bietet, einen Titel zu optimieren von denen ich nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Das Ändern der Lautstärke von Bass, Drums und Vocals war bis vor kurzem noch eine knifflige bisweilen unmögliche Angelegenheit.
Mit Hilfe der Stems ist das nun kein Problem mehr. So kann ich erheblichen Einfluss auf die Balance eines Mixes nehmen (wenn es denn erforderlich ist).
Gehe ich dann in die Einzelheiten, dann kann ich dem Vocal Stem beispielsweise ein Delay verpassen, das Frequenzspektrum optimieren oder Intonationskorrekturen vornehmen.
Dem Bass kam ich mit einem Saturation-Tool zusätzliche Obertöne geben, sodass er sich besser im Mix durchsetzt.
Die Drum Spur enthält natürlich alle Elemente, die zu einem Schlagzeug gehören.
Damit wird es nicht möglich sein, den Sound nur eines Toms zu verändern, aber mit etwas Geschick und Geduld ist es mir möglich, die Bassdrum zu triggern und mit einem guten Sample zu doppeln.
Also zaubern kann man auch mit dem Stem-Splitting nicht (wobei mir dieses Feature an Zauberei erinnert), aber die Möglichkeiten, einen Sound zu optimieren haben sich durch diesen „Gamechanger“ erheblich verbessert.
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